Osterdrachenfliegen in Travemünde

15. – 17. 4.2006


Zu Ostern versteckt man alljährlich süße Leckereien im Garten, schickt dann die Kinder auf die Suche um den Tag abschließend im Kreise seiner Lieben zu verbringen. Ist dies wirklich so? Zumindest die Menschen in und um Travemünde machen hier eine Ausnahme, denn in Norddeutschland werden Ostereier traditionsgemäß am Strand gesucht.

So zumindest, wenn es nach dem Willen von Lutz Tretzock geht. Der Inhaber der bekannten Drachenschmiede „8er Kites“ veranstaltet Jahr für Jahr in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein von Travemünde das wohl größte Drachenfest Norddeutschlands jeweils zu Ostern. Das Konzept scheint aufzugehen, denn die Besucher strömen an die Strandpromenade um das lustige Treiben in der Luft beizuwohnen. Ca. 100 Drachenflieger sollten den Weg an den Ostseestrand finden, mit über 100.000 Zuschauern wurde gerechnet. Doch leider machte das Wetter einen feuchten Strich durch die Rechnung. War am Ostersamstag das Wetter noch hervorragend, die Sonne schien und der Wind blies gleichmäßig, so zeigte sich der April an den beiden darauf folgenden Tagen von der weniger schönen Seite – Regenschauer fegten über das Land, der Strand war nass und Drachen konnten nur zeitweise geflogen werden.


Ein weiterer Höhepunkt aus Drachenfliegersicht waren in diesem Jahr die klassischen Drachen. Travemünde 2006 stand besonders im Zeichen der historischen Drachen, was man insbesondere an zwei Punkten sehen konnte: zum einen tummelten sich am Strand eine beachtliche Zahl von klassischen Drachen sowohl in modernen als auch mit alten Materialien gebaut. Die beiden großen Tetraeder und der 6 Winged Cody seien hier als Beispiel genannt. Zum anderen bot das riesige Ganzjahreszelt im nahen Brügmanngarten das perfekte Ambiente für eine Drachenausstellung der ganz besonderen Art. Christian Kolz, Michael Stiefenhofer und Rainer Grafmanns stellten hier historische Drachen einer breiten Öffentlichkeit vor. Der Bogen spannte sich dabei von Nachbauten klassischer Drachen bis hin zu Originalen. Insbesondere die original Roloplane kurz nach dem Krieg hatten es dem Publikum angetan. Aber auch die liebevoll nachgebauten Kastendrachen waren immer wieder Anlass für neugierige Fragen seitens des Publikums. Dessen Wissensdurst wurde von Christian Kolz gestillt. Eigentlich sollte täglich um 14 Uhr eine Führung durch die Welt der klassischen Drachen stattfinden, doch die Nachfrage war einfach zu groß. So kam Christian nicht umhin ein um das andere Mal Extraführungen anzubieten, die er in gewohnt kompetenter und liebevoll hamburgerisch-flapsiger Art und Weise abspulte.



 

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