China Tour
Drachenfest Weifang & Qingdao

13. 4. – 28. 4.2007

Tag 1: Unerwartete Stunden in Kopenhagen

Endlich, es ist wieder soweit – China steht an und damit einer der Höhepunkte des Drachenfliegerjahres. Abends um 9 soll es mit SAS nach Beijing gehen. Wir mögen diesen Flug. Gemütlich im Flugzeug essen, dann etwas schlafen und dank Zeitverschiebung landet man mehr oder minder frisch um 11 Uhr in der chinesischen Hauptstadt.
Diesmal war es jedoch ein wenig anders – SAS hatte satte vier Stunden Verspätung und so sassen wir mit unseren Freunden vom Kopenhagener Drachenverein bis um 1 Uhr in der Nacht auf dem Flughafen herum. Ziemlich öde, zumal die Geschäfte um 22 Uhr schlossen – incl. Bar. .

 

Tag 2: Tiananmen by night

Dank der Verspätung landeten wir erst gegen 16 Uhr in Beijing. Dennoch, wir waren froh der Blechröhre des Airbus entkommen zu sein

Keine Frage, wir sind wieder da – sie Sonne scheint und der Himmel ist dabei gelblich, grau. Die Nase kapituliert im Angesicht des Smogs und an jeder Straßenecke stehen Uniformierte. Wir sind also wieder da, im Reich der Mitte, im Reich des Drachen.
Doch schon bei der Ankunft fällt ins Auge, dass sich das Land herausputzt. Die Uniformierten schauen nicht mehr ganz so streng aus der Wäsche und bei der Visumabfertigung fühlt man sich doch glatt willkommen. Gag am Rande: am Schalter des Beamten gibt es jetzt einen kleinen Kasten mit vier Smiley´s: von super-happy bis mega-grimmig dreinschauend. Der Einreisende darf dann seinen Einreisebeamten bewerten. Ob es hilft weiß keiner, aber die Beamten waren in diesem Jahr so freundlich wie noch nie zuvor.
China putzt sich heraus. Schließlich rückt das große Jahr näher. Im August 2008 beginnen in Beijing die olympischen Sommerspiele und bis dahin muss alles blitzen und funkeln. Beijing, sowieso schon von einem immensen Bauboom geplagt, verwandelt sich so noch schneller in eine moderne, aber auch glatte, Megacity westlichen Zuschnitts. Alte Gebiete, enge Hutongs verschwinden und wo eben noch Nudeln von Hand gezupft wurden, steht morgen schon der nächste Glaspalast. Andererseits durchlaufen touristischen Höhepunkte wie „verbotene Stadt“ und „Tempel des Himmels“ eine grundlegende Renovierung und erstrahlen in ungeahnter neuer Pracht.
Ein Muss für jeden Drachenflieger ist sicherlich das Drachensteigen auf dem Tiananmen Platz. Zur traurigen Berühmtheit gelang der Platz des himmlischen Friedens 1989 als eine Demonstration von Studenten blutig niedergeschlagen wurde. Heute geht es hier wesentlich friedlicher zu und Drachen werden allenthalben geflogen. Ein besonderer Höhepunkt ist es, wenn man zum Nachtdrachenfliegen auf den Tiananmen Platz kommt. Dann liegt der beleuchtete Eingang der verbotenen Stadt malerisch im Hintergrund während die Drachen langsam in den Himmel steigen. So hatte die Verspätung also doch noch ihre gute Seite. . .

 

Tag 3: Rundreise durch Beijing

Am heutigen Tag, Tourismus pur!
Zunächst enterten wir eine mittlere Flotte von Rikschas und fuhren in ein Hutong. Letzteres hatte sich ziemlich herausgeputzt und war wohl eher eine Art Vorzeige Hutong für gutgläubige Touris.

Anschließend Spaziergang zum Drum Tower. Paar und siebzig extrem steile Stufen führen in die Höhe, aber die sportliche Einlage lohnt sich. Einmal oben angekommen, eröffnet sich ein wundervoller Blick aus der Vogelperspektive über Beijing. Der Tower selbst diente früher als Gebäude zur Bekanntgabe der offiziellen Zeit. Noch heute wird zur jeder vollen Stunden die Trommel geschlagen. Wir hatten Glück, waren um 12 Uhr auf dem Tower und bekamen das volle Programm .

Nach dem Mittagessen Ausflug in die Verbotene Stadt. Der alte Kaiserpalast durchläuft gerade eine grundlegende Renovierung und manche Gebäude waren daher nicht zugänglich. Zum Glück betraf dies nur Gebäude, die wir bei unserem letzten Besuch 2005 schon gesehen haben. Stattdessen konnten wir nun die in 2005 gesperrten Gebäude besichtigen.

Die Dame auf dem Bild oben ist übrigens Zhuan, unser Guide in Beijing. Sie dachte erst, dass wir scherzen würden als wir Ihr erzählten, dass der Grund unserer Reise in Weifang liegt. Später erfuhren wir, dass sie dort geboren und aufgewachsen ist – China kann manchmal doch so klein sein.
Da wir bis zum Abendprogramm noch ein wenig Zeit hatten, besuchten wir den Lama Tempel. In ihm war zeitweise der Kaiser untergebracht und daher darf dieser Tempel als einziges Gebäude außerhalb der Verbotenen Stadt gelbe Dächer tragen.

 

Am Abend Besuch einer Akrobatik-Show. Keine Ahnung, entweder haben die Artisten keine Knochen im Körper oder sind vollkommen schmerzunempfindlich. Auf alle Fälle war es bemerkenswert, was hier geboten wurde.

 

Tag 4: Auf den Spuren der alten Kaiser

Und weiter mit unserem Touri Programm. Morgens Besuch im Tempel des Himmels. Hier kam der Kaiser, als weltlicher Herrscher, einmal im Jahr her um zu fasten und seine Gaben Buddha, dem himmlischen Herrscher, darzubringen. Hierzu wurden die Opfergaben in einen überdimensionalen Ofen aufgehäuft und anschliessend das Feuer entzündet. Stieg Rauch auf, bedeutete dies, dass Buddha die Gaben des Kaisers angenommen hat.

Am Mittag dann Fahrt in den Sommerpalast vor den Toren der Stadt.

 

Tag 5: Besuch beim grossen Drachen

Denkt man an China, denkt man unweigerlich auch an die große Mauer. Diese ist zwar, entgegen anderer Gerüchte, keineswegs vom Mond aus zu sehen, beeindruckt aber dennoch. Und obendrein lädt sie zum Drachenfliegen ein. Da Chinesen ein drachenbesessenes Völkchen sind, ist dies auch ohne weitere Probleme möglich. Lediglich auf den Türmen darf seit diesem Jahr nicht mehr übernachtet werden. Ohne Ausnahmegenehmigung ist um 16 Uhr Feierabend.
Der Drachenflieger steht vor der Qual der Wahl: einfache Tour zur Mauer mit touristischen Randerscheinungen oder Mauer pur mit sportlichen Herausforderungen. Wer es einfach mag, fährt zu Mauer in Badaling. Dieser Ort liegt ca. 80km von Beijing entfernt und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Zur Mauer selbst führt eine Kabelbahn und auf der Mauerkrone warten schon Unmassen an Verkäufern, die ihren Trödel an den Mann bringen wollen. Selbige Mauer erstrahlt in neuem Glanze, wurde sie doch 1993 komplett neu errichtet. Hier waren wir 2005 und mussten daher nicht nochmals dieses touristische Kleinod bewundern.
Wer es ein wenig urwüchsiger haben möchte, dem sei die Mauer bei Simatai ans Herz gelegt. Dieser Platz liegt ca. 120km von Beijing entfernt und ist nur mit eigenem Bus zu erreichen. Die halbe Strecke zur Mauer geht es mit einer Seilbahn hinauf, dann ist die eigene Kondition gefragt. Nach dem anstrengendem Aufstieg erschließt sich ein, im wahrsten Sinne des Wortes, atemberaubender Ausblick. Von Touristenströmen ist hier nichts zu sehen, die Mauer noch in einem ursprünglichen Zustand. Und da das Bauwerk hier auf einem Bergkamm liegt, wird die Mauer auch optimal vom Wind angeströmt. Drachenfliegerherz, was willst Du mehr. Einen Drachen leicht tanzend im blauen Himmel und unter Deinen Füssen dieses jahrhunderte alte Bauwerk. Das ist drachenfliegerische Gänsehaut pur.

 

Tag 6: Bummeln, Bären und Berliner

Unser letzter Tag in Beijing. Und da die vergangenen Tage anstrengend genug waren, legten wir nun einen „lazy“ Tag ein. Zumal die Frauen in der Gruppe endlich ihre neuen Kreditkarten ausprobieren mussten.

Zunächst Bummel durch die bekannten Einkaufsmeilen, dann Besuch im Zoo von Beijing. Waren die Panda Bären noch gut untergebracht, war der Rest des Zoos in einem erbärmlichen Zustand. Wir kamen über das Bärengehege nicht hinaus; Wut, Zorn und Trauer kochte in uns.

Also lieber zurück auf den Tiananmen Platz um hier ein wenig Drachen zu fliegen. Doch auch hier war der Spaß nur von kurzer Dauer, denn die deutsche Staatsgewalt in Form des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, holte uns im fernen China ein. Der Luftraum über dem Platz des Himmlischen Friedens wurde kurzerhand zur militärischen Sperrzone erklärt, sodass wir etwas genervt einpackten und gingen.

 

Tag 7: Auf nach Weifang!

Transfertag – morgens um 5 raus aus dem Bett und Fahrt zum Flughafen. Dort sind wir zwar zwei Stunden zu früh, wären wir aber eine Stunde später gefahren säßen wir drei Stunden im Stau.
Air China fliegt uns in einer Stunde nach Qingdao, von dort aus holen uns die Organisatoren von Weifang mit dem Bus ab. In Weifang angekommen schnell im Hotel eingecheckt und dann eine erste Tour durch Weifang. Die positive Überraschung: der große Platz mitten in der Stadt zu Ehren der Drachenflieger ist wirklich groß ausgefallen – eben typisch chinesisch. In der Mitte des Platzes eine große Säule, eingebettet in einem Springbrunnen. Darum wurden Steinplatten mit den Emblemen verschiedener Drachenorganisatoren platziert. Die weniger schöne Überraschung: die eine Strasse mit Drachenläden, die wir noch aus den letzten beiden Jahren kannten, ist einem Schuttplatz gewichen. Auch in Weifang geht die zunehmende Abholzung von Hutongs rasch von statten. Die zweite Drachenstrasse steht noch, doch die Ladeninhaber haben auch hier schon die Kündigung erhalten.

 

Tag 8: Auftakt des Spektakels

Den ersten Teil des Tages hatten wir frei. Also wurde eine Drachenfabrik vor den Toren der Stadt besucht. Peter Lynn produziert neben anderen namhafter Drachenhersteller hier.

Am Abend dann die große Eröffnungsveranstaltung. „groß“ ist dabei relativ. Für europäische Verhältnisse war sie sicherlich groß, verglichen mit der Eröffnung der letzten Jahre eher bescheiden. Insgesamt kochte Weifang in diesem Jahr eher auf einer kleineren Flamme, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Tag 9: Die Spiele beginnen

Endlich – Drachenfest! Wie gewohnt wurden wir in Bussen vor die Tore der Stadt gefahren. Teilnehmer aus 37 Ländern sind in diesem Jahr den Ruf der Veranstalter gefolgt und zeigten Ihre Werke vor ca. 300.000 Zuschauern an den beiden Festivaltagen. Streng genommen kann die Veranstaltung in zwei Drachenfeste eingeteilt werden – dem traditionellen Fliegen der Drachen, sowie der Weltmeisterschaft im Drachenfliegen. „Weltmeisterschaften“ sind vielleicht ein wenig groß ausgedrückt und so gab es in den Jahren zuvor Kritik mit Hinblick zur Ausrichtung der Meisterschaften. Anstoß des Ärgernisses war der Umstand, dass Durchführung und Auslegung insbesondere für westliche Seelen ein wenig gewöhnungsbedürftig waren. Um es kurz zu machen – die Organisatoren haben aus ihren Fehlern gelernt, die Wettkämpfe sind transparenter und straffer organisiert als dies in den Vorjahren der Fall gewesen ist. Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre es die Offenlegung der einzelnen Benotungen aber dies hatten wir auf unseren deutschen Meisterschaften in den vergangenen 20 Jahren ja auch noch nicht. Zudem wäre ein Blick in deutsche oder amerikanische Reglement sicherlich sinnvoll, würde es doch die Schieflage bei der Verteilung von Podiumsplätzen zu Gunsten asiatischer Drachenflieger ein wenig richten. Wie dem auch sei – wir hatten unseren Spaß, denn zum ersten Mal durfte unser neuer Drachen, der rote Stern, vor großem Publikum aus der Tasche.

 

Tag 10: Und weiter geht´s!

Zweiter Teil des Drachenfestes und haben wir uns gestern auf die Meisterschaften konzentriert, so lag heute der Schwerpunkt auf dem Bummel über die Drachenwiese.
Für westliche Drachenflieger sind dabei insbesondere die Kreationen der asiatischen Drachenbauer von Interesse. So zeigte eine Gruppe von Drachenfliegern aus Weifang jede Menge Nachbauten von verschiedenen Fluggeräten: über eine historische Bleriot über diverse Kampfflugzeuge östlicher Bauart und dem Stolz von Airbus, dem A380, war bis hin zu einer Raumstation alles in der Luft, was die Avionik zu bieten hat. Dabei wurden alle Werke wohlgemerkt aus Bambus und Papier hergestellt. Größte Hochachtung mussten wir Plastikkonsumenten dann einem Drachenbauer aus Beijing zollen. Leider konnte er uns seinen Namen nicht auf Englisch nennen und aus seiner Visitenkarte wurden wir auch nicht richtig schlau, aber seine Drachen sind wahrlich atemberaubend. Solch ein filigranes, voll bewegliches Kunstwerk ist Drachenbaukunst pur: aus zig Bambusstäbchen formte dieser Drachenbaumeister eine alte chinesische Kutsche, die von vier Pferden gezogen wird. Wer meint, dass es dies dann schon gewesen ist, der irrt. Denn alle Teile an dieser wundervollen Kreation sind voll beweglich: der Sonnenschirm bewegt sich, der Kutscher wackelt mit dem Kopf, die vier Pferde stampfen im Takt, bewegen dabei Ihre Köpfe und Schwänze.

Am Abend dann die Auflösung der Platzierungen der dritten Weltmeisterschaften im Drachenfliegen. Aus deutscher Sicht wurden bei dieser Weltmeisterschaft zwei Podiumsplätze eingefahren: Peter Rieleit aus Düsseldorf erreicht bei den Stablosen Drachen den dritten Platz, während wir mit unserem roten Stern in der Klasse „Kite Perfomance“ den ersten Platz und somit den Titel des Weltmeisters erringen konnten.

Ein wenig angesäuselt von der Meisterschaftsfeier ließen wir dann den Abend bei einem weiteren Umtrunk beim chinesischen Drachenbaumeister Pan Buha ausklingen. Für die gesammelte Mannschaft gab es schöne, große Centipeden, die wir dann auf Fanø gemeinsam fliegen werden.

Tag 11: Auf den Spuren alter Meister

Letzter Tag in Weifang. Zwei Dinge zeichnet diese Millionenstadt aus: zum einen die große Tradition im Drachenbau, die hier schon seit Jahrhunderten betrieben und in der Regel vom Vater auf dem Sohn übertragen wird. So sind mehrere bekannte chinesische Drachenbauer Dynastien in Weifang anzutreffen. Jedoch muss auch gesehen werden, dass die Drachenfabriken sich der Nachfrage anpassen. Neben traditionellen Drachen werden längst auch unsere modernen, westlichen Drachen im Reich der Mitte gefertigt. Das andere große Plus von Weifang ist das Bekenntnis zur Tradition. Die Stadt lebt von Drachen, lebt mit Drachen und lebt für Drachen. Wo in der Welt wird der kostbare Teil der Innenstadt einfach umgekrempelt um einen riesigen Platz für Drachenflieger anzulegen. Wo in der Welt gibt es schon ein riesiges Museum alleine für Drachen. Letzteres stand auf dem Besuchsprogramm für den Vormittag.

Anschließend Fahrt nach Jang Jabu vor den Toren der Stadt. Einst wurde hier traditionelles, chinesisches Handwerk, wie Drachenbau, Holzschnitt und Kaligraphie gezeigt. Heute ist davon leider nur noch wenig zu sehen, Touristenläden haben auch hier Einzug gehalten.

 

Tag 12: Die Karawane zieht gen Osten

Busfahrt nach Qingdao, der alten deutschen Reichsstadt am gelben Meer. Nach dem Checkin im Hotel Bummel durch die Stadt, die ihre deutschen Wurzeln nicht verleugnen kann.

 

Tag 13: Das nächste Drachenfest

Eröffnungsveranstaltung samt Drachenfest standen an diesem Tag auf dem Programm. Mit Bussen ging es vor die Tore der Stadt auf die grüne Wiese. Nun, um ehrlich zu sein, war es weder grün, noch war eine Wiese zu sehen, wenngleich das Gelände in zwei Jahren die Weltgartenausstellung beherbergen soll. Jakob packte zum ersten Mal seine Simpson-Flagkite Kette aus. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich die Kette in die Luft zu ziehen.

 

Mittagessen im Haus des lokalen Drachenclubs, irgendwo in den Bergen vor Qingdao. Der Zaun vor dem Gebäude war geschmückt mit Bildern der letzten Jahre. Direkt am Eingang ein Bild aus 2005: Ralf am Strand von Qingdao zusammen mit einem Kind im Spiel mit dem Sand vertieft.

 

Tag 14: Ab in die Berge

Ausflug in das LaoShan Massiv. Letzteres ist ein Bergmassiv ca. 50km von Qingdao entfernt. Hier entspringt das Wasser, welches in ganz China als Mineralwasser unter gleichen Namen zu kaufen ist und ebenfalls als Grundstock für Chinas bestes Bier, „Tsingtao“, verwendet wird. Am Fuß des Berges ein buddhistischer Tempel. Leider ziemlich viel Touris hier, aber dieser Ort hatte dennoch eine eigentümliche, ruhige Ausstrahlung auf seinen Besucher. Anschließend Weiterfahrt zur Station der Bergbahn und fahrt zur Gipfelstation. Und was macht man hier? Na, wenn man denn schon einmal da ist, dann muss man auch das Tsingtao Bier probieren.

 

Tag 14: Preisverleihung und Abschied

Am Abend die große Abschiedsveranstaltung. Nach guter, chinesischer Tradition wurden Medallien reihenweise verteilt. Erste Plätze gab es weniger, dafür sehr viele zweite und dritte Plätze. Am Ende hatte jede Delegation eine Medaille und alle waren zufrieden. Aus deutscher Sicht putzig: drei Deutsche leiteten drei verschiedene Delegationen und ja – alle drei bekamen Medallien – die dänische Delegation die Goldmedaille für ihren Einsatz mit der Flagkite-Kette, die Deutsche und Schweitzer Delegation jeweils die Silbermedaille für ihre Präsentation.

Oh ja, es wurde ein recht feucht-fröhlicher Abend. Zuerst wurde Ralf vom chinesischen Chef-Organisator geknutscht…….

…. dann startete der Delegationschef aus Hongkong mit einer Gesangseinlage …….

…. die zwar nicht undbedingt schön, aber laut war …….

… und die dank Einsatz hochtechnologischer Hilfsmittel zu überleben war.

 

Tag 15: It´s time for shopping

Letzter Tag in Qingdao. Da unsere Mädels in den letzten Tagen entweder durchs Gebirge oder über staubige Drachenpisten gescheucht wurden, stand dieser Tag im Zeichen des Shoppens.

 

Tag 16: Heimwärts

Rückflug nach Dänemark. Zunächst mit Air China von Qingdao nach Beijing, dann mit SAS direkt zurück nach Kopenhagen. Abends um 18 Uhr ging eine lange, erlebnisreiche Reise zu Ende. Müde traten wir aus dem Flughafen heraus, von unseren Lieben empfangen. Glücklich waren wir wieder daheim zu sein, glücklich aber auch diese wundervolle Reise erlebt zu haben, neue Freundschaften geschlossen und alte vertieft zu haben. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: die Meldung vom Weltmeistertitel, zunächst in einer ganz kleinen Zeitung gedruckt, machte die Runde durchs ganze Land und das Telefon stand nicht mehr still. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Zunächst waren wir erst einmal dankbar. Dankbar, die vergangenen 15 Tage erlebt haben zu dürfen.

 

Appendix 1: Die Geschichte mit der Peking Ente

Weilt man in Beijing, sollte man eine Peking Ente nicht verpassen. Eigentlich, wie könnte es anders sein, durfte sie nur der Kaiser verspeisen. Doch ein entlassener Koch schmuggelte das Rezept schliesslich vor die Tore der verbotenen Stadt. Die Ente selbst wird knusprig gebraten, braun und saftig direkt am Tisch serviert. Doch wie speist man eigentlich dieses Federvieh stilvoll mit Stäbchen? Hier eine kleine Anleitung:

Als aller erstes wird der Koch die Ente fachgerecht zerlegen. Und zwar in exakt 128 einzelne Scheibchen.

Grundstoff für unsere Delikatesse ist ein Eierpfannkuchen. Dieser wird auf den Teller gelegt.

Darauf wird die zuvor in Scheiben geschnittene Ente gelegt.

Hierüber wird eine Pflaumensauce gezogen und mit Frühlingszwiebeln und Gurken garniert.

Nun werden die oberen und unteren Enden des Pfannkuchens eingeklappt und der Rest aufgerollt.

So sollte die eingepackte Pekingente ordnungsgemäß aussehen.

Und so eher nicht…..

Übrigens – selbst Torte lässt sich mit Stäbchen vernaschen!.

 

 

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