Drachenfest
Travemünde

3. – 4. 4.1999

 

Erhält man eine Einladung zu einem Drachenfest, so wird man meist in einem Hotel untergebracht.
Die Organisatoren des Drachenfestes in Travemünde überlegten sich dagegen etwas ganz besonderes und mieteten kurzerhand die Passat, eine Viermastbark, die 1911 bei Blohm und Voß in Hamburg gebaut und 1957 der Stadt Travemünde geschenkt wurde, an.
Das Schiff ist 115m lang, 14m breit und die Masten erreichen eine Höhe von 56m. Traurige Berühmtheit erlangte das Schwesterschiff der Passat, die Pamir, als diese 1957 vor Süd-Amerika sank. Das dritte Schiff der sogenannten P-Liner Serie, die Padua, befährt heute als „Kruzenshtern“ unter der Flagge der Ukraine die Weltmeere.

Auf diesem traditionsreichen Schiff waren wir also untergebracht und ich muß sagen, es war richtig urig.
Die Kojen waren zwar ungewohnt kurz und schmal, obendrein fehlten Kopfkissen gänzlich, die Gaudi für zwei Übernachtungen war dies aber allemal wert.

Das Festgelände lag auf der anderen Seite der Trave, sodaß jeden Morgen erst einmal eine kurze Fährtour anstand. Das eigentliche Fluggelände war der Sandstrand vor und neben dem Maritim-Hotel, einem 35 Stockwerke hoher Schandfleck direkt an der Mündung der Trave.

Wetter-technisch gesehen war das Drachenfest ein würdiger Auftakt zur Drachensaison. Am Samstag Morgen hatten wir zwar noch ein wenig Hochnebel, dieser wurde jedoch bald vom leicht auffrischenden Wind verdrängt.
Der Sonntag schließlich begann gleich mit Sonnenschein, dafür jedoch auch mit Flaute. Wider Erwarten kam dann gegen Mittag leichter Wind auf, sodaß auch dieser Tag zu einem richtig schönen Flugtag wurde.
Zwar waren hauptsächlich Leichtwinddrachen in der Luft, an beiden Tagen frischte gegen Nachmittag aber der Wind soweit auf, daß auch Kastendrachen in der Luft waren.
Ein klein wenig wurde dabei schon das anstehende Tetra Meeting auf Fanø vorweg genommen, als drei 20-Zeller und unser 35er Tetra in der Luft war. Dies war ganz sicher einer der Augenblicke, der sich tief eingegraben hat.

Da der Termin des Festes just auf Ostern fiel, rückten die Veranstalter die Kinder in den Mittelpunkt der Veranstaltung. So gab es eine Hüpfburg, einen Workshop, Ostereier-Abwürfe von der Drachenfähre und auch der Osterhase selbst war am Sonntag auf dem Feld gesichtet worden.
Eine solche Veranstaltung steht und fällt natürlich mit der Unterstützung der Sponsoren. So bleibt zu hoffen, daß auch im Jahre 2000 ein Drachenfest in Travemünde abgehalten werden kann.
Besonders günstig hat sich hierbei der Termin an Ostern erwießen, schließlich hatte jeder Teilnehmer auch noch am Montag frei, was zum einen zu einem längeren Verbleiben am Abschlußtag und zum anderen zu einer ruhigeren Heimreise führte.
In unserem Kalender ist Travemünde 2000 auf jeden Fall schon jetzt dick angestrichen.

 

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